So funktioniert die Kostenübernahme bei Osteopathie

Jeder fünfte Deutsche war einer Forsa-Umfrage zufolge bereits einmal bei einem Osteopathen. Doch die Rechnung für diese alternative Heilmethode muss häufig aus eigener Tasche bezahlt werden. Wer das nicht möchte, kann eine private Krankenzusatzversicherung abschließen.

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Viele Menschen mit körperlichen Schmerzen oder Erkrankungen, bei denen die Schulmedizin nicht mehr weiter weiß, suchen nach alternativen Behandlungsmethoden. Dazu zählt auch die Osteopathie. Dabei wird sowohl die Diagnose als auch die Behandlung des Patienten mithilfe der Hände durchgeführt. Zur Anwendung kommt dieses Therapieverfahren vor allem bei Schmerzen des Bewegungsapparates, aber auch bei funktionellen Störungen wie Ohrensausen (Tinnitus), Verdauungsstörungen oder Kopfschmerzen.

„Osteopathie ist eine eigenständige, ganzheitliche Medizinform. Darum werden auch keine Krankheiten behandelt, sondern Menschen“, sagt Marina Fuhrmann, Vorstandsvorsitzende des Verbands der Osteopathen (VOD). „Sie kommt in allen Altersgruppen und bei einer Vielzahl von Beschwerden zur Anwendung. Im Vordergrund der osteopathischen Behandlung stehen Strukturstörungen als Ursachen diverser Beschwerden.“

Geschichte der Osteopathie

Vor rund 140 Jahren wurde die Osteopathie in den USA durch den Arzt Andrew Taylor Still begründet. Er betrachtete den Menschen als Einheit aus Körper, Geist und Seele. Knochen, Gewebe und Organe – alles hänge miteinander zusammen. Still war überzeugt, dass der Mensch über eigene Heilungskräfte verfügt – die Osteopathie war geboren.

In den USA ist der Osteopath dem Arzt gleichgestellt. Beide arbeiten in Krankenhäusern Seite an Seite. Hierzulande genießt die Osteopathie (noch) nicht denselben Stellenwert. Weder der Beruf selbst noch die Ausbildung sind einheitlich oder staatlich geregelt. Die Ausbildung erfolgt hauptsächlich an Privatschulen meist in Form einer berufsbegleitenden Weiterbildung.

Forschungen zur Wirkung fehlen noch

„Es fehlen zum Nutzen dieser Behandlungsform noch aussagekräftige Daten aus großen klinischen Studien“, gibt Marina Fuhrmann zu. Fuhrmann ist neben ihrer Arbeit im Verband als Professorin des Studiengangs Osteopathie an der Hochschule Fresenius tätig. „Der VOD stellt sich dem wissenschaftlichen Diskurs gern. In den vergangenen Jahren konnten wir Kritiker bereits überzeugen.“

PKV-Zusatzversicherung für alternative Heilbehandlungen

Zwar übernehmen viele Krankenkassen (eine Liste ist über den VOD abrufbar) zumindest anteilig die Behandlungskosten für ein paar Sitzungen beim Osteopathen. Da eine Sitzung jedoch zwischen 60 und 150 Euro kostet und je nach Beschwerden mehrere notwendig sein können, kann sich trotzdem schnell ein größerer Gesamtbetrag ergeben.

Eine private Krankenzusatzversicherung für alternative Medizin, wie sie durch Heilpraktiker oder eben auch Osteopathen angewendet wird, kann hier eine Alternative sein. Oft werden 80 bis 100 Prozent der Kosten für alle alternativen Heilmethoden übernommen. Meist besteht ein Höchstsatz pro Jahr beziehungsweise für zwei Jahre.

Zudem decken die Policen auch weitere Kosten ab, etwa für Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen, die die gesetzlichen Krankenkassen nicht übernehmen, für eine neue Brille sowie für Heil- und Hilfsmittel. Je nach Versicherungsprodukt gelten Begrenzungen.

Autorin: Manila Klafack ist freie Journalistin und Diplom-Kauffrau und schreibt seit 2016 für Pfefferminzia. deshalb-versichert.de

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